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Montage Gleitlager

Einbaurichtlinien für Gleitlager

Mit ihrem einteiligen, kompakten Aufbau lassen sich die Gleitlagerbuchsen im Vergleich zu beispielsweise Wälzlagern oder anderen Lagermodulen sehr einfach im Gehäuse montieren. Beim Einbau sind Sachkenntnis und Sorgfalt unerlässlich, um eine lange Lebensdauer der Lager zu gewährleisten.

Für den Einbau von Buchsen, mit oder ohne Flansch, verwendet man einen Einpressdorn, damit das Gleitlager geführt ist und nicht verkanten kann beim Einbau. Indem in die Mantelfläche des Dorns ein O-Ring eingesetzt wird, lässt sich das Gleitlager auf einfache Weise auf dem Dorn und in Position halten. Dann pressen Sie das Gleitlager mit einer mechanischen oder hydraulischen Presse in das Gehäuse. Um den Einbau zu erleichtern, schmieren Sie die Gehäusebohrung leicht mit Öl oder Schmierfett, um die Frassneigung und die Einpresskräfte zu verringern. Beim Einbau von grösseren Buchsen mit Stossfuge ist ein Montagering empfehlenswert, durch den die Lager ausgerichtet und vorzentriert werden, damit sie beim Einpressen nicht verkanten.

 

Buchsen und Bundbuchsen

Bei Buchsen und Bundbuchsen mit einer Stossfuge, die in sehr hoch belasteten Anwendungen eingesetzt werden, muss die Stossfuge um 90° zur Lastzone versetzt sein, damit sich die Lebensdauer nicht verringert. Es ist ebenfalls wichtig darauf zu achten, dass die Gleitfläche oder Gleitschicht der Gleitlager nicht beschädigt wird.

Einbau von Zylinderbuchsen

Einbau von Bund- oder Flanschbuchsen

 

Einschrumpfen
Je nach Art und Ausführung der Gleitlager, wie z.B. Gleitlager aus Bronze, empfiehlt GGT ausserdem das Unterkühlen der Gleitlager, vor allem bei grösseren Ausführungen und entsprechend hohen Einbaukräften. Dies ist die bevorzugte Methode zum Einsetzen einer Buchse in das Lagergehäuse mit Presssitz, ohne Risiko einer Lagerbeschädigung während des Einpressens. Das Lager je nach Querschnitt der zu kühlenden Lagerbuchse bis zu 2 Stunden in gefrorenem Kohlendioxid (CO2) belassen. Sobald die Lagerbuchse aus dem CO2 entnommen wird, muss sie unverzüglich in das Lagergehäuse eingesetzt werden. Sie muss sich ohne Kraftaufwand einführen lassen; bei einer Vertikalmontage ist die Schwerkraft normalerweise ausreichend.

 

Einpresskräfte

 

Einkleben
Wenn Gleitlager oder Bandstreifen durch Kleben im Gehäuse befestigt werden sollen, ist bei der Wahl des Klebstoffs darauf zu achten, dass sich dieser für die zu erwartenden Betriebstemperaturen eignet und hinsichtlich Ausdehnungsverhalten, Beständigkeit, Festigkeit und Aushärtung den Anforderungen entspricht. Liegen keine Betriebserfahrungen vor, empfiehlt GGT, sich von einem Klebstoffhersteller beraten zu lassen. Beim Einkleben der Lager darf keinesfalls Klebstoff auf die Gleitfläche gelangen.

 

Anlaufscheiben und Platten

Es wird empfohlen, die Anlaufscheiben und Gleitplatten an einem bearbeiteten Gehäuse zu montieren. Um die Bewegung solcher Teile zu verhindern, wird die Montage mit Passstiften empfohlen. Bei Anlaufscheiben und Platten ist auf die richtige Einbaulage zu achten. 

1. Anwendung mit Passstiften (Anlaufscheiben)

3. Senkkopfschrauben-Anwendung

2. Eingelassene Montage (Platten)

4. Alternative Befestigungsmethoden

Laserschweissen, Klebebefestigung oder Weichlöten kommen als alternative Methoden zur Befestigung der Scheiben oder Platten in Frage, falls Passstifte nicht verwendet werden können. Beim Einsatz von Befestigungsmethoden mit hohen Temperaturen ist es wichtig, darauf zu achten, dass die maximal zulässige Temperatur nicht überschritten wird. Die Gleitschicht muss immer frei von Klebstoffen gehalten werden.

 

Gehäuse

Buchsen
Für die Montage muss die Gehäusebohrung angefast sein. Eine Fase fG x 25°±5° ist wichtig, um die Buchse leichter in das Gehäuse einpressen zu können.

Bund- oder Flanschbuchsen
Bei Bundbuchsen muss der Radius am Übergang vom Aussendurchmesser zum Bund berücksichtigt werden. Am Gehäuse muss eine Fase ausreichender Grösse vorhanden sein, um zu verhindern, dass die Bundbuchsen im Bereich des Radius beschädigt werden. Bei Anwendungen mit axialer Belastung muss der Bund ausreichend gestützt werden.


 

Welle oder Gegenlaufpartner 

Die Gleitlager-Leistung wird durch Werkstoff, Härte, Oberflächenrauheit und Oberflächenbehandlung der Welle oder des Gleitpartners beeinflusst. Bei Einsatz in korrosiver Umgebung wie Meerwasser oder chemischen Flüssigkeiten sollte eine doppelte oder dreifache Verchromung der Welle oder des Gegenlaufpartners erwogen werden. Für untergeordnete Anwendungen (kleine Drehzahl und Kräfte) können auch gezogene Wellen verwendet werden.

Die Gleitpartner sind ebenfalls vor der Montage zu reinigen und auf Vorschädigungen zu prüfen. Beim Einführen der Welle in das Gleitlager muss die Beschädigung der Gleitfläche oder Gleitschicht durch scharfe Kanten, Grate usw. vermieden werden.

 

Dichtungen

Beim Einsatz der Gleitlager in einer aggressiven und oder verschmutzen Umgebung muss das Gleitlager oder die Lagerstelle geschützt werden. Die übliche Lösung für solche Fälle besteht darin, die umgebende Struktur neu zu gestalten, so dass Verunreinigungen den Lagerbereich nicht erreichen können. Bei kritischen Verschmutzungen wird ein Fettkragen oder eine Wellendichtung empfohlen.

 

Lagertemperatur

Die Lebensdauer eines Gleitlagers wird stark von der Umgebungstemperatur und der durch oszillierende und alternierende Bewegung erzeugten Reibungswärme beeinflusst. Für Anwendungen mit hohen Temperaturen muss der PV-Wert auf einen kleinen Wert begrenzt werden. Die Hitzebeständigkeit von Kunststofflagern ist gewöhnlich geringer als jene von Metalllagern. Insbesondere thermoplastische Kunststoffe weisen eine geringe Hitzebeständigkeit auf. Ausserdem ist der Wärmeausdehnungskoeffizient dieser Werkstoffe relativ hoch. Folglich ist bei der Kennzeichnung der aus diesen Werkstoffen gefertigten Lager die Massprüfung hervorzuheben, damit das geforderte Mindestspiel eingehalten wird.